Sieben Unterlagen machen die Rollenklärung konkret
Für die erste Prüfung werden der aktuelle Gesellschaftsvertrag, ein Firmenbuchauszug, Gesellschafterbeschlüsse, Dienst- und Geschäftsführervereinbarungen, Vollmachten, Darlehens- und Sicherheitenunterlagen sowie eine Übersicht der tatsächlichen Tätigkeiten benötigt. Ergänzend helfen Lohnkonten, Ausschüttungsbeschlüsse und Verrechnungskonten, um Zahlungen richtig zuzuordnen. Private Kontobewegungen werden nur insoweit betrachtet, als sie mit dem Unternehmen zusammenhängen.
Danach wird eine Rollenübersicht für heute, die Übergangsphase und den Zielzustand erstellt. Jede Zeile beantwortet fünf Fragen: Wer entscheidet, auf welcher Grundlage, mit welcher Haftung, gegen welches Entgelt und bis zu welchem Zeitpunkt? Offene Felder zeigen sofort, wo ein Beschluss, Vertrag oder Formakt fehlt.
Im nächsten Schritt werden Störfälle getestet. Was geschieht bei Krankheit, dauerhafter Meinungsverschiedenheit, Rückzug, Trennung oder Tod? Wer kann Zahlungen freigeben, Mitarbeiter führen und Kunden informieren? Welche Beteiligung bleibt bestehen und welches Ausstiegsverfahren greift? Dieser Test verhindert, dass die Vereinbarung nur für die harmonische Ausgangslage funktioniert.
Die anwaltliche Prüfung verbindet Ehe-, Gesellschafts- und Vertragsrecht mit dem konkreten Vollzug. Steuerberatung und Lohnverrechnung beurteilen die steuerliche sowie abgabenrechtliche Umsetzung, die Bank allfällige Zustimmungen und Sicherheiten. Am Ende sollte nicht ein einziges Sammeldokument stehen, sondern ein abgestimmtes Paket, in dem jede Rolle an der richtigen Stelle geregelt ist.